Das Fujica-X-System fand in Deutschland im Gegensatz zum Rest der Welt in den 1980er-Jahren einige Verbreitung. Dies lag weniger an den Original Fuji-Produkten, sondern vor allem an der Tatsache, dass der größte deutsche Fotohändler, Foto Porst, Kameras und Objektive umgelabelt unter seinem Namen vertrieb.
So gibt es einige Kameras und Objektive im System, viele von Fuji selbst produziert,
aber auch viele Objektive, die für die Handelsmarke Porst von anderen Herstellern produziert wurden.
Das
Porst Color Reflex X-M 50mm f1.2 UMC
gehört zur ersten genannten Gruppe, denn es ist baugleich mit dem
Fuji X-Fujinon 50mm f1.2 EBC DM.
Nicht verwechseln darf man das Objektiv mit seinem älteren "Namensvetter", dem Porst 55mm f1.2 mit PK-Anschluss. Dies ist eine ganz andere, ältere und deutlich weniger leistungsfähige Konstruktion!
Gebaut wurde das Objektiv ab 1981, hier einige technische Daten:
Blende: von f1.2 bis f16, Sprung von f1.2 auf f2, dann in ganzen Stufen rastend, 6 Blendenlamellen
Optisches System: 7 Linsen in 7 Gruppen
Naheinstellgrenze: 45cm
Länge: 50mm
Gewicht: 300g
Filterdurchmesser: 55mm
Das Objektiv ist 80er-Jahre-typisch bis auf die Gummierung komplett aus Metall gefertigt.
Die Fokussierung läuft auch nach dieser Zeit noch angenehm weich und gleichmäßig,
der Blendenring klackt satt in seine Positionen.
Hier einige Bilder des Objektives:
Die kürzeste Länge hat das Objektiv bei Fokussierung auf unendlich,
zur Nahgrenze hin wird der vordere Tubus etwas länger:
Hier noch einige Bilder an einer passenden Original-Kamera,
der Fujica AX-1:
Ich nutze das Objektiv an der Sony Alpha 7RIII sowie der Sony Alpha 7III.
Adaptieren kann man das Objektiv an fast alle gängigen spiegellosen Kamerasysteme.
Für Sony E-Mount gibt es Adapter von z.B. Kiwifotos, die auch die Blendensteuerung ermöglichen.
Dessen Oberteil (das Fujica-Bajonett und der Pin zur Blendensteuerung) war auch die Grundlage für den Adapter, den ein Fotokollege für mich modifiziert hat. Er hat diesen abgelängt und mit einem M42-Helicoid-Adapter verbunden, an dem ein dünner M42 auf Sony-Adapter den Abschluß bildet.
Durch den zusätzlichen Helicoid kann ich sowohl auf unendlich als auch in einen erweiterten Nahbereich fokussieren (der zusätzliche Helicoid arbeitet wie ein variabler Zwischenring).
So sieht dieser Adapter aus: Links in Unendlich-Stellung, rechts mit zusätzlichem Auszug:
Mit angesetztem Objektiv sieht das dann so aus:
An die Sony Alpha 7RIII adaptiert, erhält man eine stimmige Kombination.
Größe und Gewicht des Objektives passen gut zur Kamera, die Kombination ist nicht frontlastig und liegt gut in der Hand:
Ich habe eine Bildreihe zur Bewertung der Schärfe für euch angefertigt, bei der sowohl das Bildzentrum als auch die Bildecke in einer Schärfeebene liegen.
Fokuspunkt war die untere Dachecke des mittleren Hauses, das Haus in der rechten unteren Bildecke liegt auf der gleichen Höhe.
Anmerken muss ich (Wichtig!), dass das Porst eines der Objektive ist, bei denen das Zusammenspiel mit dem Bildstabilisator der Sony A7RIII nicht perfekt ist. Der Stabilisator lenkt das Objektiv gerne leicht aus dem Bildkreis, wodurch man in einer Ecke eine starke Vignette bekommt, die nicht dem Objektiv geschuldet ist. Hier sieht man das in der rechten oberen Ecke bei allen Aufnahmen. Workaround wäre, den Bildstabilisator abzuschalten, was ich hier leider versäumt habe.
Auch in weiteren Aufnahmen dieses Reviews kann man diesen Effekt leider beobachten.
Die Blendenreihe zeigt die Werte f1.2 - f2 - f2.8 - f4 - f5.6 - f8
Die vom Objektiv verursachte Vignettierung ist bei Offenblende noch zu sehen, bei f2 und f2.8 schon deutlich gemildert und bereits bei f4 unkritisch.
Als nächstes folgen starke Vergrößerungen aus der Bildmitte vom Fokuspunkt,
ebenfalls in der gleichen Reihenfolge:
Bei f1.2 ist bereits eine sehr ordentliche Auflösung zu sehen, jedoch noch von der sphärischen Aberration überlagert - man sieht einen leichten Schleier oder auch Glow. Die Kontraste sind noch nicht voll da.
Bei f2 steigert sich die Schärfe schon auf sehr gutes Niveau und der Glow verschwindet. Die Kontraste sind schon verbessert, aber noch nicht auf maximalem Wert.
Ab f2.8 ist die Auflösung in der Mitte exzellent, und auch die Kontraste sind voll da.
Auf diesem tollen Niveau verbleibt das Objektiv bis f8.
Auch von der äußersten Ecke rechts unten im Bild habe ich Vergrößerungen für euch,
in der gleichen Reihenfolge wie zuvor:
Bei f1.2 ist die Bildecke noch sehr unscharf. Astigmatismus und sphärische Aberration sind noch bestimmend. An den Ziegeln kann man auch gut erkennen, dass die Auflösung noch nicht da ist, auch Farbfehler sind zu sehen. Auch die Vignette dunkelt die Bildecke noch deutlich ab.
Bei f2 gibt es einen deutlichen Sprung "nach vorne" auf ordentliches Niveau. Die Auflösung ist sichtbar verbessert und der Glow der sphärischen Aberration ist fast verschwunden. Man sieht aber immer noch die Rest-Farbfehler. Die Vignette verbessert sich etwas, ist aber noch sichtbar.
Bei f2.8 gibt es einen kleineren Sprung, wieder etwas mehr Schärfe und der Glow ist verschwunden.
Die Farbfehler bleiben auf dem gleichen Niveau wie bei f2, von der Vignette ist fast nichts übrig.
f4 verbessert sich nur minimal, die Schärfe wird minimal besser und die Vignette ist komplett weg.
Insgesamt ist ein gutes Niveau erreicht in der Bildecke, mit leichten Farbfehler-Resten.
Bei f5.6 ist auch die äußerste Bildecke sehr gut.
Die Schärfeleistung lässt nichts mehr zu wünschen übrig, die Kontraste sind voll da und die Farbfehler verschwunden.
f8 steigert dieses Niveau auch bis zur alleräußersten Ecke. Ausgezeichnet!
Die Schärfecharakteristik des Porst X-M 50mm f1.2 UMC entspricht der aller ultra-lichtstarken Objektive auf einem sehr hohen Niveau.
In der Bildmitte bei f1.2 gut nutzbar mit starkem Randabfall und leichtem Glow.
Bei f2.8 wird in der Bildmitte bereits ein hervorragendes Niveau erreicht mit ordentlichen Bildecken.
Ab f5.6 ist das Objektiv absolut scharf bis in die Ecken, bei f8 hervorragend.
Ich persönlich nutze 50mm-Objektive sehr gerne für Halbkörper-Portraits.
Und das Porst ist bei solchen Aufnahmen absolut in seinem Element.
Im Gegensatz zu den Bildern auf unendlich ist es hier schon ab Offenblende f1.2 scharf "genug" -
die Augen werden sehr gut aufgelöst.
Durch die sphärische Aberration bekommen die Bilder eine sehr schöne Weichheit in der generellen Zeichnung, und natürlich werden die Hintergründe weich aufgelöst. Auch die Vignette hilft hier zu einer guten Konzentration auf das Motiv.
Zur genaueren Einschätzung dient mir folgendes Bild:
Hieraus habe ich 3 Vergrößerungen für euch erstellt.
Das erste Bild ist eine Vergrößerung der Augenpartie, wo der Fokus lag. Die Bildschärfe ist für ein "altes" f1.2-Objektiv bei Offenblende gut, wenn man trifft. Es verbleibt ein kleiner Rest-Glow aufgrund der sphärischen Aberration.
Das zweite Bild ist eine Vergrößerung aus dem Bildhintergrund. Man sieht schön die charakteristische Darstellung von Highlights, aber auch, dass z.B. der Übergang vom Sonnenblumenfeld in den Wald sehr gut aufgelöst wird.
Das dritte Bild ist eine Vergrößerung von vor der Fokusebene. Auch hier wird alles schön weich aufgelöst ohne starkes Outlining - eine Disziplin, in der viele zeitgenössischen Objektive schwächeln.
Hier noch weitere Bilder aus diesem Shooting:
Wenn es um das Bokeh geht, gibt es immer viele gegensätzliche Meinungen,
denn ob einem die Darstellung gefällt, ist halt Geschmackssache.
Der Eine möchte alles butterweich aufgelöst haben, der Andere mag es busy mit viel Outlining und Strukturen und/oder Swirl (und natürlich gibt es ganz viel zwischen diesen Extremen in der Mitte)...
In meinen Augen ist das Porst ein Vertreter dieser Mitte.
Durch die hohe Lichtstärke bietet es natürlich "viel" Unschärfe und kann durchaus sehr weich rendern, es bleiben jedoch immer Restdetails in der Unschärfe erhalten. Vor allem sind die Highlights immer sichtbar begrenzt, wodurch es sich in den meisten Situationen nicht als "Weichzeichner" erweist. Mir persönlich gefällt das, wenn man einen gewissen "Rest-Charakter" erkennen kann und nicht alles einfach nur weich zugelaufen ist, aber hier kann man natürlich gerne auch anderer Meinung sein.
Die folgende Reihe zeigt die Entwicklung der Hintergrundunschärfe beim Abblenden gut. Der Fokus lag auf der oberen Schraube rechts im Bild, Distanz zu dieser war unter einem Meter.
Die Blendenwerte sind f1.2 - f2 - f2.8 - f4 - f5.6
Bei f1.2 gibt es zwar viel Unschärfe, aber auch einige "wilde" Strukturen.
Bei f2 werden die unscharfen Bereiche viel runder und harmonischer dargestellt.
Dies wäre meine Wahl, wenn es (wie hier) keine Highlights im Hintergrund gibt, die die sechseckige Blendenform erkennen lassen.
Ab f2.8 nimmt die Tiefenschärfe dann zu, und es werden immer mehr Hintergrunddetails erkennbar, die dann auch nicht mehr so weich dargestellt werden.
Neben diesen Bildern bei bedecktem Himmel und nicht so großem Abstand von Motiv und Hintergrund habe ich noch eine weitere Serie für euch. Dieses Mal ist der Abstand zum anfokussierten Motiv (Dem Ast im Vordergrund) größer (ca. 4-5m) und der Hintergrund etwa 50-100m entfernt.
Blendenwerte sind f1.2 - f2 - f2.8 - f4
Hier ergibt sich für mich eigentlich eine ähnliche Bewertung.
Während f1.2 noch etwas nervös ist, gefällt mir der Hintergrund bei f2 deutlich besser.
Weiter abgeblendet verliert die Darstellung in meinen Augen schon wieder an Tiefe.
Im Nahbereich ist dann hingegen f1.2 für mich "die Blende der Wahl", denn die sechseckigen Highlights, die sich abgeblendet aus der Blendenform ergeben, gefallen mir einfach nicht.
Blende f1.2 - f2 - f2.8 - f4
Generell ist das Porst 50mm f1.2 ein Objektiv, mit dem man im Nahbereich toll "malen" kann.
Der Schärfeeindruck ist dabei immer leicht "glowy" wegen der sphärischen Aberration, obwohl am Fokuspunkt viele Details scharf abgebildet werden:
Das Bokeh kann sich bei diesen Bildern echt sehen lassen. Weiche Übergänge von Schärfe zur Unschärfe, und immer markant begrenzte Highlights.
Auch in den Bildecken werden diese nicht zu richtigen Catseyes, sondern bleiben abgerundet.
Zur besseren Einschätzung hier eine 5er-Serie an der durch den zusätzlichen Helicoid erweiterten Nahgrenze, Abstand ca. 20cm zum Motiv, dem Blatt in der Mitte.
f1.2 - f2 - f2-8 - f4 - f5.6
Aus den ersten 3 Bildern hier auch noch Vergrößerungen vom Fokuspunkt.
Bei f1.2 noch glowy, gibt es einen ersten Sprung bei f2 und bereits bei f2.8 ist eine richtig gute Schärfe bei minimaler Schärfentiefe erreicht:
Hier noch ein weiteres Motiv im erweiterten Nahbereich bei f1.2 und f2:
Bereits mit der "nativen" Naheinstellgrenze von 45cm (Bild 1) kann man schön nahe an das Motiv heran. Beim zweiten Bild habe ich den Helicoid noch zusätzlich benutzt:
Auf mittlere und größere Fokusdistanzen ist das Bokeh bei Offenblende unruhiger.
Bei Aufnahmesituationen mit vielen Highlights wie z.B. im Wald findet man viele kleinteilige Strukturen und erhält oft ein kleines "Bubble-Meer" mit einer ganz leichten Tendenz zum Swirl.
Das ist nicht gerade die Stärke des Objektives.
Wenn es nicht so viele Highlights gibt, ist die Darstellung auch auf diese Entfernungen sehr gefällig.
Erfreulich und nicht selbstverständlich für ein f1.2-Objektiv ist, dass es auch in direktem Sonnenschein nur wenig "glüht":
Abgeblendet auf f5.6 oder f8 ist das Porst bis in die Bildecken (wie man ja auch an der Bildreihe zur Bewertung der Schärfe sehen kann) ein sehr scharfes, kontrastreich abbildendes Objektiv.
Hier gibt es auch im Vergleich zu modernen Optiken keine Einschränkungen.
Bereits schon in einigen vorangegangenen Bildern und vor allem in den beiden nun folgenden Bildern kann man einen der Schwachpunkte des Objektives gut sehen:
Die Korrektur auf Farbfehler.
Bereits in den Gesamtbildern lässt sich gut erkennen, dass es bei Offenblende an Kontrastkanten erhebliche Farbfehler gibt. Aus diesen beiden Bildern habe ich noch Vergrößerungen vorbereitet, die das ganze Ausmaß besser zeigen:
Vor allem die grünen Ränder um die Highlights wie im zweiten Bild findet man fast bei allen offenblendigen Aufnahmen.
Durch Abblenden verbessern sich diese Farbfehler jedoch schnell.
f1.2 - f2.8 - f5.6:
Auch aus diesen 3 Bildern die Vergrößerungen:
Während man bei der f1.2-Aufnahme sowohl Purple-Fringing in der Schärfeebene als auch grünes Bokeh-Fringing im Hintergrund an der Dachkante sieht,
sind bei f2.8 beide "Problemstellen" schon sehr deutlich verbessert. Sie fallen nur noch in diesen extremen Vergrößerungen überhaupt auf.
Bei f5.6 ist die Farbkorrektur perfekt.
Hier schlägt sich das Porst für ein solch hochlichtstarkes Objektiv mit entsprechend großen Glasflächen aus den 1980er-Jahren eigentlich ziemlich gut.
Natürlich kann man in dieser Disziplin JEDES Objektiv schlecht aussehen lassen, wenn man es genug provoziert. Bei "normalen" Aufnahmen hat das Porst hier aber eine sehr vernünftige Figur gemacht.
Bei Offenblende f1.2 gegen die Sonne handelt man sich gerne mal "Blobs" auf der der Sonne gegenüberliegenden Seite ein:
Bei offenblendigen Nachtszenen reagiert das Objektiv aber relativ neutral, auch wenn man voll gegen eine helle Lichtquelle fotografiert - etwas Kontrastverlust, aber im Grunde genommen "alles im grünen Bereich":
Um mal einen besseren Eindruck zu bekommen, wie "schlimm" es bei f1.2 wirklich werden kann, habe ich folgende 3 Bilder vorbereitet gegen die schon tiefer stehende, starke Sonne vom gleichen Standpunkt bei unterschiedlichen Winkeln (Ich habe immer weiter nach oben in die Sonne geschwenkt):
Abgeblendet sieht das Gegenlichtverhalten nochmal etwas besser aus.
Bei Bildern mit Sonnen(Blenden-)sternen ergeben sich kleine Ghosts um die Sonne herum (diese sind leider stark gesättigt) und auch hier bekommt man auf der der Sonne gegenüberliegenden Seite kleine Flare-Blobs. Aber all das ist schon Jammern auf relativ hohem Niveau - für sein Alter und seine Lichtstärke schlägt sich das Objektiv wirklich gut.
Die Blendensterne haben leider nur 6 Lamellen, die Definition ist recht gut (die Strahlen fasern kaum aus).
Um es auch noch gezeigt zu haben:
Wenn man es darauf anlegt, kann man natürlich auch katastrophale Flares bekommen.
Die habe ich hier aber extrem provoziert, ich habe gezielt die schlimmste Position ausgesucht.
Aus der Kombination f1.2-Objektiv mit einer aktuellen Kamera und den hohen nutzbaren ISO-Werten wird natürlich fast schon ein "Nachtsichtgerät" - So kann man auch mal einen kleinen Bummel bei absoluter Dunkelheit wagen und mit den Lichtquellen spielen...
Ich empfinde das Rendering der Highlights als richtig spannend und schön.
Hier ist das Objektiv "untadelig".
Es gibt eine minimale tonnenförmige Verzeichnung,
in all meinen Bildern ist mir dabei nichts Negatives ins Auge gestochen.
Bei Bedarf wäre sie mit minimalen Korrekturwerten in Lightroom zu beheben.
Ich habe mit dem Objektiv bei schönstem Novembernebel eine Bildreihe erstellt bei Blendenwerten von f1.2 bis f8, je nach gewünschter Schärfentiefe.
Hierbei hat es in keinster Weise enttäuscht, sondern sich als sehr gut ausbalancierter Begleiter erwiesen.
Die Bilder sind farblich etwas "herbstlich aufgefrischt"...
Aus dieser Bilderserie noch etwas "Technisches",
zum direkten Vergleich relativ identische Aufnahmesituationen jeweils bei f1.2 und f2.8.
Paar 1:
Paar 2:
Das Porst X-M 50mm f1.2 UMC ist ein sehr guter Vertreter der klassischen f1.2-"Lichtriesen".
Die Bildschärfe ist entsprechend der Lichtstärke sehr gut.
Bei f1.2 gute Auflösung in der Bildmitte mit starkem Randabfall und etwas "Glow",
ab f2.8 hervorragend in der Bildmitte und guten Ecken,
ab f5.6 sehr gut über das ganze Bild - bei f8 hervorragend.
Das Bokeh des Objektives ist bei Offenblende f1.2 ein Mix aus Weichheit und Reststrukturen mir deutlich begrenzten Highlight-Scheibchen - wie so oft Geschmackssache, mir gefällt es mit seinem "Charakter". Abgeblendet auf f2 ist es deutlich weniger strukturiert und "runder" - allerdings kommt hier bereits die sechseckige Blendenform zum Tragen und es gibt bei Highlights "Stopschilder".
Chromatische Aberrationen sind bei Offenblende ein starkes Thema, leichtes Abblenden verbessert diese schon deutlich. Aber erst bei f5.6 sind diese vollkommen verschwunden.
Gut für ein solch hochlichtstarkes Objektiv schlägt sich das Porst im Bereich der Gegenlichtanfälligkeit. Nur wenig Flareneigung, sowohl bei Offenblende als auch abgeblendet. Die Kontrastverluste sind nicht stark und gut korrigierbar, hier profitiert es von seiner sehr leistungsstarken Vergütung.
Insgesamt ist das Porst in der Welt der klassischen f1.2er-Objektive für mich der absolute Preis-Leistungssieger. Man erhält die Konstruktion eines großen Markenherstellers (Fuji) zum Handelsmarkenpreis. Die Leistung muss sich im Vergleich zu den anderen Marken-f1.2-Objektiven nicht verstecken, ganz im Gegenteil. Vielleicht spielen auch einfach die gerne gemachten "Verwechslungen" mit dem deutlich schwächeren Vorgänger, dem Porst 55mm f1.2 mit PK-Bajonett,
bei den Preisen eine Rolle. Immerhin wird das identische Objektiv als Fuji X-Fujinon 50mm f1.2 (das jedoch sehr selten ist) zum vierfachen! Preis gehandelt.
Wie immer findet ihr zum Abrunden der Vorstellung noch ein paar Bilder in der folgenden Galerie,
eure Gedanken und Einschätzungen dürft ihr mir sehr gerne darunter mitteilen!
Kommentar schreiben