Olympus OM-Zuiko 35-80mm f2.8

 

Es war bereits das Jahr 1994, und bei fast allen Herstellern waren Autofokus-Kameras das Maß der Dinge, als sich Olympus anschickte, das wohl beste rein manuelle-Zoom-Objektiv zusammen mit der OM3Ti auf den Markt zu bringen, das

 

Olympus OM Zuiko Auto-Zoom 35-80mm f2.8.

 

Wie bei den "großen weißen Festbrennweiten" 180mm f2, 250mm f2 und 350mm f2.8 wollte man demonstrieren, wozu man optisch in der Lage war, und so entstand ein Zoom-Objektiv mit 16 Elementen in 14 Gruppen (davon 1 ED und 5 HR-Elemente) und durchgängiger Blendenöffnung von f2.8.

 

Der Anspruch an das Objektiv war, die Leistung entsprechender Festbrennweiten zu erreichen.

Dass dies gelungen ist, zeigt unter anderem auch die Tatsache, dass Sinar dieses Zoomobjektiv als einziges auch unter seinem Namen für seine Fachkameras verwendete.

 

Wie es sich nun heute an den hochauflösenden Kleinbild-Sensoren schlägt,

darüber soll mein Test nun Aufschluss geben. 

 

Einige technische Daten:

 

Bedienung: 2 unabhängige Ringe für Fokus und Brennweite

Optisches System: 16 Linsen (Davon 1 ED- und 5 HR-Elemente) in 14 Gruppen

Länge: 99mm

Gewicht 650g

Filterdurchmesser: 62mm

Blende: von f2.8 bis f22, 8 Blendenlamellen

 

Einige Bilder des Objektives:

 

 

Die kürzeste Baulänge hat das Objektiv bei 35mm (linkes Bild), bei 80mm ist es am längsten (rechtes Bild).

 

 

Bei 35mm (und auch bei 50mm) ist die Blende auch bei Einstellung auf f2.8 noch leicht geschlossen und man sieht die Blendenlamellen im Strahlengang (linkes Bild).

Bei 80mm und f2.8 ist die Blende auch mechanisch voll geöffnet (rechtes Bild).

 

 

Einige Bilder im Testsetup, das heißt adaptiert an die Sony Alpha 7RIII per OM-Sony-Helicoid-Adapter.

 

Dieser ermöglicht sowohl eine Fokussierung auf unendlich als auch weiter in den Nahbereich wie ein variabel verstellbarer Zwischenring.

 

 

Es ergibt sich eine recht gut in der Hand liegende, etwas frontlastige Kombination,

die nicht gerade kompakt ist.

Man wird aber entschädigt durch die geschmeidige Bedienung des Fokusringes und des Zoomringes, dessen Widerstand etwas größer ist. 

Die satt klickenden Blendenringe der Olympus-OM-Objektive suchen eh ihresgleichen.

Bildschärfe

Zur genauen Beurteilung der Bildschärfe habe ich bei den 3 Kernbrennweiten 35mm, 50mm und 80mm Bildreihen auf weite Distanz bei den Blendenwerten f2.8 - f4 - f5.6 - f8 - f16 angefertigt.

 

Der Fokus lag in der vorderen Häuserreihe auf dem Haus links der nach oben führenden Straße,

ich habe die installierte Markise als Referenzpunkt genommen.

 

Das Haus in der oberen rechten Bildecke liegt mit der Bildmitte in einer Schärfeebene,

somit ist auch dort eine genaue Schärfebewertung möglich.

35mm

 

In den Gesamtbildern ist die starke Vignette bei f2.8 gut sichtbar.

Bei f4 ist diese schon gemildert, aber immer noch etwas bemerkbar.

Erst bei f5.6 spielt die Vignettierung keine Rolle mehr.

 

Es folgen die 100%-Vergrößerungen aus der Bildmitte, die Blendenwerte sind analog zu den Gesamtbildern.

 

 

Wir starten bei f2.8 bereits auf einem "gut+" - Niveau. Noch leicht überlagert von einem minimalen Glow, und auch die Kontraste sind noch nicht bei 100%.

Bereits bei f4 ist die Mittenschärfe sehr gut, auch die Kontraste sind voll da.

Ab f5.6 bewegen wir uns auf hervorragendem Niveau, bei f11 sieht man minimale Beugungseinflüsse.

 

Es folgen die 100%-Vergrößerungen aus der Bildecke rechts oben:

 

 

In der äußersten Ecke liefert das Olympus bei 35mm leider keine perfekte Vorstellung ab.

 

f2.8 und f4 sind noch sehr unscharf, Astigmatismus und sphärische Aberration sind hier beherrschend. Auch laterale chromatische Aberrationen finden sich in der Ecke, z.B. an den Fensterrahmen.

Bei f5.6 gibt es eine erste Steigerung zu "Okay", vor allem der Glow lichtet sich.

Bei f8 gibt es hier nur einen geringen weiteren Schärfegewinn,

erst bei f11 ist die Bildecke auf gutem Niveau angekommen.

 

35mm ist nicht die "Sahneseite" des Objektives. Vor allem die Bildecken hinken hinter vergleichbaren Festbrennweiten zurück, in der Bildmitte ist das Ergebnis klasse.

 

50mm

 

Die Vignette spielt bei 50mm keine so große Rolle mehr wie bei 35mm.

Bei f2.8 noch leicht bemerkbar, ist ab f4 eigentlich keine Eckabdunkelung mehr zu sehen.

 

Auch hier folgen die 100%-Vergrößerungen aus der Bildmitte:

 

 

Um es kurz zu machen:

Bereits bei f2.8 sind Schärfe und Kontrast sehr gut, 

ab f4 hervorragend.

 

 

Auch in der Bildecke  ist das Objektiv bei 50mm deutlich besser.

 

Bei f2.8 ist die Schärfe noch nicht da - die gleichen Fehler wie bei 35mm schlagen auch hier zu,

allerdings auf insgesamt besserem Niveau. 

Bei f4 gibt es eine leichte Steigerung, die Kontraste werden besser und der Glow ist etwas schwächer.

Dieser verschwindet bei f5.6 komplett und auch die Schärfe macht einen sehr deutlichen Sprung auf gutes Niveau.

Bei f8 ist auch die Bildecke sehr gut,  f11 steigert sich hierzu noch minimal.

 

80mm

 

Bei 80mm ist die Vignette noch einmal etwas stärker als bei 50mm.

Bei Offenblende f2.8 noch relativ stark, ist sie bei f4 gemindert und ab f5.6 unkritisch. 

 

Es folgen die 100%-Vergrößerungen der Bildmitte:

 

 

Genau wie bei 50mm ist auch bei 80mm die Schärfe in der Bildmitte leicht zu beschreiben:

Sehr gut bei f2.8, hervorragend ab f4.

 

 

Auch in der Bildecke ist 80mm die schärfste Brennweite.

 

Bei f2.8 noch von leichtem Astigmatismus und der sphärischen Aberration überlagert, starten wir aber schon bei "Okay".

Bereits bei f4 gibt es einen deutlichen Sprung in der Schärfe - es verbleibt ein Rest-Glow der über der Ecke liegt.

Bei f5.6 sind wir auf "gut+"-Niveau angekommen, 

f8 ist sehr gut und f11 hervorragend.

 

 

Die Bildmitte ist bei allen Brennweiten schon ab Offenblende sehr gut zu gebrauchen, absolut vergleichbar mit entsprechenden Festbrennweiten.

Auch in den Bildecken erreichen 50 und 80mm das Niveau von zeitgenössischen Festbrennweiten - 

auch diese muss man meist um 2 Stufen abblenden um gutes Niveau zu erreichen - so muss man das Olympus-Zoom auch behandeln.

Leider ist das Niveau bei 35mm nicht ganz so hoch - hier muss man für Schärfe in der Ecke bis auf f11 abblenden.

 

Insgesamt eine erstaunlich gute Performance für ein Zoom-Objektiv aus Analogzeiten. 

Ein Sommertag an der Mosel in Luxemburg

Einen ersten Praxistest ermöglichte mir das Objektiv im vergangenen Sommer.

An einem wunderschönen, aber heißen Tag begleitete es mich in die luxemburgischen Moselweinberge.

 

Hier musste es über den kompletten Brennweiten- und Blendenbereich zeigen,

was es zu leisten vermag.

 

Und es enttäuschte in keiner Weise.

Egal ob bei Offenblende für Details oder abgeblendet bei Landschaftsaufnahmen - die Leistung begeisterte mich. Ich habe an diesem Tag die Festbrennweiten nicht vermisst.

 

Das Olympus 35-80mm f2.8 ist wirklich allen Lichtsituationen gewachsen und überzeugt mit seinen tollen Kontrasten und Farben. Selbst die provozierten Flares sehen schön aus und wirken "hollywoodlike"...

Einzige sichtbare Schwäche ist die Vignettierung bei 35mm, die bei offeneren Blendenwerten schon  deutlich ins Auge sticht.

Verzeichnung

35mm
35mm
50mm
50mm
80mm
80mm

Bei 35mm gibt es eine komplexe tonnenförmige Verzeichnung mit deutlichem Schnurrbart,

die auch nicht so einfach korrigiert werden kann.

 

Bei 50mm ist kaum eine Verzeichnung auszumachen, nur die Ecken wölben sich ganz leicht nach außen. Dies sollte eigentlich nie kritisch sein und dürfte außerhalb dieser Testbilder nicht auffallen.

 

Bei 80mm gibt es eine zum Glück uniforme kissenförmige Verzeichnung, die bei Bedarf in der Bildbearbeitung ohne Probleme entfernt werden kann .

 

Die Verzeichnung  (vor allem bei 35mm) ist nicht die Paradedisziplin des Objektives.

Für Architekturaufnahmen sollte man es nicht gerade einsetzen. 

Bokeh

Seine Stärken hat das Olympus ganz woanders,

neben der Bildschärfe vor allem  im Rendering.

 

Um euch dies zu zeigen habe ich einige Bildreihen vorbereitet,

starten möchte ich an meinem Universal-Testmotiv, dem kleinen Durchgang.

 

Hierfür habe ich bei 35mm, 50mm und 80mm jeweils Bilder bei den Blendenstufen f2.8, f4 und f5.6 gemacht:

 

Egal welche Brennweite und Blendenstufe,

das Hintergrundrendering bleibt immer harmonisch und weich.

 

Auch die Schärfe-Unschärfe-Übergänge sind schön weich und erfolgen nicht plötzlich.

 

Natürlich gibt es bei den längeren Brennweiten "mehr Bokeh", 

aber die Qualität des Bokehs ist auch bei den kurzen Brennweiten erstklassig.

 

Auch mein zweites, häufig gezeigtes Testmotiv habe ich bei den Grundbrennweiten und Offenblende fotografiert:

 

 

Neben dem grundsätzlich weichen Rendering ohne störendes Outlining kann man an den brennenden Lampen links oben gut die mechanische Vignettierung sehen,

die zu abgeschnittenen Highlights führt (bei 35 und 50mm sieht man auch noch den Resteinfluss der nicht komplett geöffneten Blende).

 

 

Auch hier ist das Bokeh schön weich und auch am Lattenzaun gibt es kein Outlining.

 

 

Bei großem Abstand zwischen Motiv und Hintergrund wird dieser schön weich und pastellig aufgelöst.

Man findet kaum Begrenzungslinien an helleren Stellen und die Neigung zu Catseyes ist fast nicht vorhanden. 

 

 

Auch hier bei Motiven im Nahbereich werden die Hintergründe schön weich dargestellt.

Kein Swirl, keine übertriebenen Bubbles - einfach smooth.

 

 

Auch helle Strukturen, wie hier das Geländer im Hintergrund, bringen das Objektiv nicht ins Schwitzen, egal bei welcher Brennweite.

 

 

Bei diesem schwierigen Motiv gegen den hellen Himmel finden sich einige Farbsäume an den Kontrastkanten, vor allem in den Eckbereichen und unabhängig von der Brennweite.

Weich bleibt das Bokeh trotzdem.

 

 

Und auch hier (der Fokus lag auf dem bemoosten Dach) gibt es außer der leichten Vignettierung und einem Hauch von Bokeh-Fringing nichts zu meckern.

 

 

Hier noch viele Bokehbeispiele quer durch alle Brennweiten und Entfernungen:

 

 

Ob einem Bokeh und Rendering eines Objektives gefällt, ist ja immer sehr vom persönlichen Geschmack abhängig.

Aber um ehrlich zu sein, ein Zoom-Objektiv im Normalbereich mit einem so schön weichen Bokeh habe ich bisher noch nie an der Kamera gehabt - auch nicht deutlich neuere und modernere Alternativen der großen Hersteller.

Das ist schon "großes Kino", was das Olympus 35-80mm f2.8 hier bietet.

  

"Makro" mit Zwischenring oder Helicoid

Eine Erfahrung habe ich mit vielen Olympus-Zoomobjektiven in meiner Sammlung schon machen dürfen:

Alle waren bisher ausnahmslos auch unterhalb ihrer "nativen" Naheinstellgrenze sehr gut,

d.h. die Leistung brach auch mit Zwischenringen (bzw. bei mir mit Helicoid-Adapter) nicht ein.

 

Und das 35-80mm f2.8 bildet hier keine Ausnahme.

Auch weit unterhalb von 60cm Abstand ist es absolut offenblendtauglich bei allen Brennweiten:

 

Portraits

Mit der "Inkludierung" von 3 beliebten Portrait-Brennweiten 35, 50 und 80mm bei Lichtstärke f2.8 bietet sich das Objektiv natürlich auch für die Personenfotografie an.

 

Ich habe hier eine kleine Portraitserie bei diesen 3 Brennweiten für euch:

 

Von "Environmental Portraits" bis Kopfportraits ist so alles möglich - und das bei wunderschönem Hintergrundrendering und erstklassiger Schärfe, wie die folgenden Vergrößerungen aus diesen Bildern jeweils vom Fokuspunkt zeigen: 

 

 

Und auch sonst erweist sich das OM 35-80mm f2.8 als hervorragender und wunderbar flexibler Begleiter in der Portraitfotografie:

 

A little "Bee-Movie"

Chromatische Aberrationen

Farbfehler sind beim Olympus OM 35-80mm f2.8 kein großes Problem.

Sie sind zwar durchaus da, aber nie dominant oder stark störend.

 

Laterale chromatische Aberrationen sieht man z.B. in der Bildschärfe-Reihe zu Beginn der Vorstellung durchaus in den Randbereichen. Diese sind aber problemlos per 1-Click-Lösung in der Bildbearbeitung rückstandsfrei entfernbar.

 

Longitudinale chromatische Aberrationen findet man häufiger, und sie sind auch nicht immer komplett eliminierbar.

Auffällig sind sie z.B als grünes Bokeh-Fringing hinter der Schärfeebene.

 

Hier habe ich Chromteile mit den  3 Kernbrennweiten 35mm, 50mm und 80mm fotografiert, um die Stärke der Farbsäume zu zeigen:

 

 

Aus diesen Bildern noch Vergrößerungen des Bereichs hinter dem Motiv:

 

 

 

Bei allen Brennweiten sieht man deutlich die grünen Ränder an den Chromteilen in den Unschärfebereichen.

 

Und auch Purple Fringing kann in Härtetest-Situationen durchaus ein Thema sein:

 

 

Auch aus diesem Bild die Vergrößerung, die deutlich die lila-/magentafarbenen Säume zeigt:

 

 

Grundsätzlich ist die Korrektur auf Farbfehler sehr ordentlich gelungen,

nur selten trifft man auf größere Probleme.

Verhalten im Gegenlicht

Im Gegenlicht kann man, wenn man das möchte, eigentlich jedes Objektiv schlecht aussehen lassen.

 

Das Olympus OM 35-80mm f2.8 schlägt sich in dieser Kategorie recht ordentlich.

Man muss es schon "pushen", um die Schwächen zu finden, denn die Vergütung des Objektives macht einen guten Job.

 

Bei Offenblende mit der Sonne mitten im Sichtfeld ergeben sich gerne interne Reflektionen, die sich in Form roter Ringflares zeigen. Für uns Fotografen ein Problem, ist es für die Filmer fast schon ein Feature....

 

 

Zu Kontrastverlusten im Gegenlicht wie im folgenden Bild kommt es eigentlich nur, wenn die Sonne direkt außerhalb des Sichtfeldes steht bei einer bestimmten Position - dies ist kein grundsätzliches Problem, aber ich möchte den Worst-Case hier auch zeigen:

 

 

Abgeblendet auf f22, mit der Sonne direkt im Bild verlangen die 16 Linsen des Olympus 35-80mm f2.8 ihren Tribut,

die Reflexe und Flares sind unübersehbar, können durch umkomponieren des Bildes aber abgeschwächt werden.

 

 

Bei etwas verdeckter Sonne ergeben sich auch bei f8/f11 sehr ansprechende Blendensterne.

Bei 35mm sind diese etwas definierter (linkes Bild) und schöner als bei den längeren Brennweiten (rechtes Bild), wo der Stern schon etwas ausfasert.

Der Kontrast ist in solchen Situationen aber kein Problem, auch Flares finden sich keine.

 

 

Insgesamt eine sehr ordentliche Leistung in dieser Disziplin auch noch nach heutigen Ansprüchen.

Old Lens and old Trains...

Eine Fahrt mit einer Museumsbahn zu einem kleinen Eisenbahnmuseum durfte das Olympus OM Zuiko 35-80mm f2.8 auch noch mit mir machen.

 

Passend zum historischen Charme habe ich die Bilder auch mit etwas "Retro-Farbcharme" versehen.

 

Mir gefallen die Ergebnisse sehr gut - scharf, aber mit weichem, unaufgeregtem Bokeh.

 

Das Objektiv ist wirklich ein wunderbar vielseitiger Begleiter in fast allen Situationen.

 

Mein Fazit

Es gibt solche Objektive, mit denen man die ersten Bilder macht und sofort begeistert ist.

Bei mir war das Olympus OM Zuiko Auto-Zoom 35-80mm f2.8 ein solcher Fall.

Denn das Rendering, vor allem der Unschärfebereiche, stach mir neben der Bildschärfe sofort positiv ins Auge. Egal in welcher Situation, das Objektiv hat mich eigentlich nie enttäuscht.

Natürlich gibt es Testdisziplinen, in denen es nicht perfekt abschneidet und Schwächen zeigt -

aber um ehrlich zu sein habe ich davon erst erfahren, als ich für den Test hier bewusst danach gesucht habe.

 

Die Bildschärfe ist in der Bildmitte ab Offenblende sehr gut nutzbar, um eine Stufe abgeblendet hervorragend. Für Eckschärfe muss man das Objektiv bei 50 und 80mm auf f5.6 abblenden, leider bei 35mm bis auf f11.

 

Die Vignette ist bei Offenblende sichtbar, man muss das Objektiv auf f5.6 abblenden, damit diese verschwunden ist.

 

Auch bei der Verzeichnung ist 35mm die problematischste Brennweite wegen des komplexen Schnurrbartes, der sich dann zeigt und der kaum rückstandsfrei zu entfernen ist. 

50 und 80mm sind hier deutlich besser und auch im Bedarfsfall komplett korrigierbar.

 

Farbfehler sind kein problematisches Thema. Die lateralen chromatischen Aberrationen sind im Raw-Konverter mit einem Klick entfernt, und auch die longitudinalen chromatischen Aberrationen zeigen sich nur in Form von etwas grünem Bokeh Fringing. Um Purple Fringing zu bekommen, muss man das Objektiv mit glänzendem Chrom im Sonnenschein provozieren.

 

Im Gegenlicht zeigt das Objektiv eine nicht nur zeitgemäß ordentliche Leistung, hier gibt es nur wenig Probleme und mit den schönen Ringflares ein "Feature" für die Videographen.

 

Ein wunderbares manuelles Zoom-Objektiv - wenn es nur nicht so selten und so teuer wäre.....

 

 

Zum Abschluss noch eine kleine Bildergalerie, 

und wie immer freue ich mich über eure Gedanken und Anmerkungen im Kommentarfeld darunter!

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Kay (Donnerstag, 12 Januar 2023 19:53)

    Ganz einfach und ohne Übertreibung: Chapeau!

  • #2

    Jörn (Freitag, 13 Januar 2023 17:26)

    Neben der formal perfekten Vorstellung dieses Juwels der manuellen Objektivbaukunst ist es bedauerlich, dass dieses Objektiv so rar ist. Jetzt sind wir alle wieder im GAS-Modus und können unser Bedürfnis nicht stillen.
    Ich bin immer wieder begeistert, mit was für einer Intensität und Aussagekraft Deine Objektivvorstellungen glänzen - vielen Dank!